Krön & Vollkorn - Text von Anna Klasz

Markus Krön (von Detti Vollkorn)

MARKUS KRÖN, zur Person

artaward 2005,
STRABAG Kunstforum,
aus dem Katalog
"Furcht und Schrecken des Alpenvorlandes",
Mechthild Widrich (Auszug)

lass jubelnd dich grüßen, Heimatbilder;
Ausstellung in der Galerie
der Stadt Salzburg
im Mirabellgarten,
Hiltrud Oman, 2001

Furcht und Schrecken des Alpenvorlandes,
Wolfgang Schneider,
Beatrix Zobl, 1999

aus dem Katalog von 2009:

Da ich mich überreden ließ gegen Bezahlung einen Text über die Arbeit meiner Eltern zu schreiben, versuche ich zusammenzufassen was ich in letzter Zeit so mitbekommen habe. Bitte beachtet meine Lage als Vierzehnjährige, die nicht immer versteht, warum ihre Eltern so viel Zeit damit verbringen gelbe Häuser, Lagerschuppen und alte, zahnlose Bauern zu malen. Aber da Kunst ja bekanntlich alles ist, was man mit „Kunst“ bezeichnet, lässt sich darüber nicht streiten. Ach ja; Mein geliebter Vater erwähnte gerade, dass er diesen Text, wenn er gut wird von seiner Tante Medga ins Englische übersetzten lassen wird. Als ich ihn fragte: „Wozu bitte?“, sagte er: „Für die Welt! Für England und New York“. Also: Hallo Welt! Winke, winke. Bestaunt Streitdorf, seine original Altbäuerinnen und Hochspannungsmasten. 

Mein Vater steht auf dem grünen Rasen des Bruderndorfer Fußballplatzes, ohne Brille, sprich blind. Neben ihm tummeln sich ein paar Bisamratten vom nahe gelegenen Bach, rundherum Felder in der Nachmittagssonne, am Horizont Niederfellabrunn mit der grün-rosa Volksschule, hinter der nahegelenen Umzäunung Schafe. Vor ihm eine Leinwand, von der er immer wieder ein paar Schritte zurücktritt um sein Werk zu betrachten. Was er da malt?
 
Viele Leute kommen nicht vorbei. Eigentlich nur, wenn sie mit dem Rad nach Bruderndorf abbiegen, oder mit einem Kind an der Hand die Pferde füttern. Aber da man hierzulande nicht oft Jemanden mit Staffelei im Gras stehen sieht, kommt man neugierig näher. „Na; Naaa! Was is’n das? Na, das Tor? Jaa maln sie das Tor? Ja warum denn das Tor?“ Ja, warum eigentlich das Tor? Dieses Rätsel wird wohl nie gelöst werden. Ich glaube das Malen von Fußballtoren in der Umgebung war der Anfang einer langen Serie von Abbildungen unserer „neuen“ Heimat hier in Streitdorf, und ihrer Umgebung. Nach den vier Jahren hier ist ja eine beachtliche Sammlung zusammengekommen: verschiedene Ansichten unserer Gasse mit dem Bachbett des Senningbaches und seinen Brücken, die Hallen der ansässigen Bauern vor blühenden Rapsfeldern, Stommasten aus der Gegend, die im seltsam grellen Licht eines Weinviertler Sonnenuntergangs ein wenig ausserirdisch wirken.
 
Meine Mutter versuchte auf eine etwas andere Art ein Bild unserer Nachbarschaft zu erzeugen. Zitat: „Streitdorf hat so viele erstaunliche Persönlichkeiten, man muss sie doch irgendwie verewigen.“ Und sie verewigte die wichtigsten und eindrucksvollsten Personen dieser Gegend in strahlenden Farben und ihren ehrenhaften Zügen. Unter anderen den „Oiden Bachl“, die „Zeisl Oma“ und „den anderen Bachl“.
Um an Fotos für die Gemälde zu kommen, spazierte meine Mutter mit unserer Kamera die Schmiedgasse entlang. In Gespräche musste sie ihre Zielsubjekte nicht verwickeln. Das machten sie schon selber. Dann geht alles wie geschmiert: Herr Bachl steht vor seinem Haus und grinst ein strahlendes Grinsen in die Kamera. Da kommt seine Frau die Treppen herunter. Sie ist nicht gerade begeistert ihren Gemahl bei einem unangekündigten Fotoshooting zu erwischen, und gibt lautstark kund dass es doch unmöglich ist, sich unrasiert und in blauer Arbeitshose fotografieren zu lassen.
 

Zu Hause strahlt bereits die blau-weiß-gepunktelte Gartenschürze unserer Nachbarin von der Staffelei. Meine Mutter ärgert sich über die Hände, die irgendwie noch nicht ganz passend neben der kleinen Nadine hängen, die mit leicht abwesendem Blick neben ihrer Großmutter steht. Das pinke Barbie-T-shirt harmoniert mit dem fetten, rotgesichtigen Gartenzwerg im Hintergrund, zu einem eigenwilligen Charme. Ich sage, dass Frau Zeisel so naturgetreu wie nur irgend möglich ausschaut, und dass mir dass Bild gefällt. Ob die Zeisel Oma auch weiß, dass sie in nächster Zeit auf der Wand einer Ausstellung zu sehen sein wird? Meine Mutter: „natürlich nicht!“

Ja, das Zeisel-Portrait ist vielleicht mein Lieblingsbild aus der neuen Kollektion. Aber auch ein paar Landschaften meines Vaters haben etwas wirklich Schönes an sich. Besonders gut gefällt mir das Bild mit dem treffenden Titel „Mondnacht“. Ich meine das ernst, auch wenn ich nicht weiß, wo in dieser Nacht der Mond ist. Es zeigt ungefähr das, was sich bei uns im Sommer (in der Nacht versteht sich) so vor unserem Haus abspielt. Da steht das Auto auf dem Platz vor dem heiligen Gemüsebeet meiner Eltern (der Zeiselomagemüsegarten befindet sich gleich nebenan - nur so als Nebeninformation.) Am Himmel zwei Sterne, das gelbe Licht der Straßenlaterne (die leider nicht im Bild ist), ein paar Blätter von Mamis Stockrosen vor unserem hübschen Gartenzaun. Alles in allem vermittelt es diese wundervolle romantische Stimmung, die einen überkommt, wenn man da am Lande allein vor seinem Hause sitzt und die warme Nachtluft genießt. Was man allerdings nicht sehen kann, ist das irre laute Froschquacken, dass vom Schlossteich herüberhallt. Keine Ahnung wie die im Schloss schlafen können.
 
Auch mag ich das Bild „Windräder bei Leitzersdorf“. Manche Leute finden Windräder ja hässlich, aber ich nicht. Sie vermitteln irgendwie den Eindruck von Unendlichkeit. Dünne zarte Grashalmen, Felder, die Sonne, wie sie durch die Wolken bricht.. Und dann, in der Ferne die Windräder. Zeugen der umweltfreundlichen Energie. Wie sie sich immer weiter und weiter und weiter drehen. Wie sie eines nach dem anderen in einer langen Reihe nebeneinander stehen und so den Blick auf einen blauen Hügel lenken, der, vielleicht, der Michelberg sein könnte. Vielleicht zeigt dieses Bild auch eine Gewitterstimmung. Auf jeden Fall sieht es bewegt aus. Mit den, im Wind flatternden Grashalme, und den, sich im Wind drehenden Windrädern, und den, vom Wind zerrissenen Wolken. Oder es soll einfach die Straße nach Niederfellabrunn in ein neues Licht rücken, wer weiß?
 

Es soll auch einmal bemerkt werden, was für poetische Titel all diese Werke tragen. „Pepschs Halle“, „Teich bei Bruderndorf“, „Schweinestall bei Streitdorf“, “Schweinestall bei Streitdorf 2“ oder gar „Gasstation Streitdorf“. Was ich sagen will ist: An was denkt man denn schon bei „Schweinestall“ und „Gasstation“ und „Streitdorf“. Vermutlich an ein trauriges, kleines Dorf und so etwas uncharmantes wie eine „Gasstation“ und einen Schweinestall mit Schweinen und Schweinekacke und Matsch. Wir wollen Herrn Krön danken, dass er uns eines Besseren belehrt und all diese Begriffe so friedlich und träumerisch darstellt, wie noch nie dagewesen. Und wir wollen den Bauern danken, die so schöne Schweineställe und Silos errichtet haben - denn, was täten wir nur ohne sie?

Ich glaube meine Eltern hatten schon immer eine Leidenschaft für das moderne österreichische Land und seine Bewohner. Wir sind ja wohl nicht ganz ohne Grund hierhergezogen.

Bestimmt haben meine Eltern eine ganz neue Art von Landschafts- und Portraitmalerei entwickelt. Ich weiß nicht ob man sie wirklich intepretieren kann, ich jedenfalls, kann es nicht.

Bleibt nur noch zu sagen, dass man Sie sicher für sehr intellektuell halten wird, wenn Sie sich eines von diesen neuartigen Objekten Moderner Kunst an die Wand hängen. Und dass der Reinerlös wohltätigen Zwecken zugute kommt! Hehe. Also dann. Lassen sie ihre Gedanken abschweifen in unsere eigene, liebe Welt.

aus dem Katalog von 2009:

Die Bilder von Markus Krön sind Briefe eines Verliebten, der sich seiner Angebeteten nicht offenbart. So zeigt diese sich ihm völlig unbefangen in ihrem alltäglichen Gewand, ohne Spiel, ohne Verstellung.

Wenn Markus Krön mit Hingabe seine Windräder, Strommasten und Fußballtore in die gemalte Landschaft stellt, oder Lichtreflexe auf die aufgeklebten Fensterkreuze eines Siedlungshauses setzt, so ist es, als beobachtete er verzückt seine Geliebte bei der Verrichtung irgendwelcher Haushaltstätigkeiten. Alles was sie tut, jedes Kleid, das sie trägt, erregt ihn. Und sie tut viel, und zieht sich oft um. Einmal einsam und sehnsuchtsschwer, dann prachtvoll und strahlend zieht sie ihn ohne es zu wissen in ihren Bann.
Die Pepschhalle hinter dem Gemüsefeld in ihrer unverputzten Attraktion kann jeder Lichtstimmung standhalten, und wenn sich über dem Senningbach und die Schmiedgasse ein Regenbogen spannt, zieht sich ein Lächeln durch alle vier Herzkammern von Markus Krön. Siloballen säumen den Straßenrand wie Perlen einer Kette am Hals der Geliebten, Gräser im abendlichen Gegenlicht flimmern vor elektrischen Leitungen wie lose im Wind wehende Haare vor einem Zahnspangenlächeln.
Alles an ihr ist schön. An der den Künstler umgebenden Landschaft lassen sich immer neue ergreifende Einzelheiten entdecken, bzw. die bereits bekannten Einzelheiten erscheinen in jeder Licht- und Wolkenstimmung wieder neu und noch ergreifender, bzw. die in verschiedenen Licht- und Wolkenstimmungen bekannten Einzelheiten wirken durch ihr serienmäßiges Vorkommen in verschiedenen Dörfern noch ergreifender und aufregender auf Markus Krön. Derart fasziniert greift er also oft unwillkürlich zur Fotokamera oder gleich zum Pinselsortiment und ist nach Leibeskräften bemüht, seine starken Gefühle zur Leinwand zu bringen.
Was dabei in letzter Zeit so heraus kommt, können sie, digital abgelichtet und in kompliziert zu Papier gebrachter Form in diesem Katalog wenn auch nicht direkt betrachten, so doch erahnen.

2008           „Abbildungen der tatsächlichen Gegebenheiten in Streitdorf“ in der Galerie unart, Villach

„Länderspiel“ Museum Moderner Kunst Kärnten; „Fussballplätze“ Vienna Stripe, Fensterflächen am Naschmarkt nach einem Konzept von museum in progress, museum in progress, Wien

2007           „Baby Body“ Kunsthalle Darmstadt, Deutschland

„Ansichten der Stadt Salzburg“ Kunstbuch, Lithografien im Verlag Neuhauser Kunstmühle, Salzburg

„Ausgewählte Druckgrafik“ Galerie Heike Curtze, Wien

„ARCO“ Kunstmesse in Madrid, „VIENNAFAIR“ bei der Galerie Heike Curtze

2006           „Aus der Provinz“Einzelausstellung in der Galerie Heike Curtze Berlin, Deutschland

2005           Einzelausstellung im STRABAG Kunst Forum; Anerkennungspreis des STRABAG artaward;

„Landschaften“ Einzelausstellung in der Galerie unart, Kärnten

2004           „sweet home“ Einzelausstellung in der Galerie Alcratras;

Assistenz bei Donald Baechler, Internationale Salzburger Sommerakademie für Bildende Kunst

„neue Idyllen“ Einzelausstellung, Galerie Heike Curtze & Management Club,

„Blickwechsel“ Museum Moderner Kunst Kärnten

2003           „die letzten Baugründe – eine Apotheose Oberösterreichs“, Einzelausstellung in der Galerie Heike Curtze

2002           Anerkennungspreis Faistauerpreis 2002, Galerie im Traklhaus,

„Bilder aus der Stadt“, Lu Xun Academy of Fine Arts, Shenyang, VR China,

Künstleraustausch mit der VR China, Bundesstipendium

„Der Blick auf Wien – Topografie und Wahrnehmung“, Museum auf Abruf, Prag und Wien;

2001           "laß jubelnd dich grüßen" Einzelausstellung in der Galerie der Stadt Salzburg und in der Galerie unart, Villach

2000           "einkochen und anbraten", eine Essens-Kunst-Performance in der wienstation und im Künstlerhaus Wien

1999           "Furcht und Schrecken des Alpenvorlandes", Einzelausstellung in der Galerie Alte Schmiede, Wien

artaward 2005, STRABAG Kunstforum, aus dem Katalog "Furcht und Schrecken des Alpenvorlandes", Mechthild Widrich (Auszug)

Schlichte Landschaften die von einer banalen Alltäglichkeit erzählen, Blicke, die man im Allgemeinen schnell wieder vergisst. In Bilder gebannt offenbaren sie uns aber eine Realität, verursachen ein Echo in unseren Erinnerungen, dass zumeist jenseits des einfach benennbaren liegt und eröffnen uns eine neue Dimension des Betrachtens und Erinnerns, wenn wir so durch die Landschaft gehen. Krön ist nicht an der Dekonstruktion einer überlieferten Heimatidylle interessiert. Es geht ihm nicht um die Anklage der Zerstörung der Natur im Sinne einer Modernisierungskritik. Krön schafft eine ganz eigene und eigentümliche Form einer spröden Vertrautheit, in die letztlich eine fast mythische Sehnsucht eingewoben ist.

Die manchmal ironische-distanzierte wirkende Überhöhung zeigt sich auch in den als "Nymphen" bezeichnete nackte Wesen, die mit einem ästhetischen Überrumpelungseffekt in den Bildern auftauchen.

Kunsthistorisch gesehen stehen diese Naturgöttinnen typischerweise für die Verbindung zwischen Mensch und Natur, die Fruchtbarkeit und die gängige Gleichsetzung von Frau mit Ursprünglichkeit im Gegensatz zur Kultur. Viele der gezeigten Frauen sind hochschwanger, was vorangegangene Aussagen noch zusätzlich stützen könnte, aber, sie sind im Gegensatz zu ihren bescheiden zwischen Büschen kauernden oder fröhlich im Reigen tanzenden Vorbildern sehr prominent in den Vordergrund gesetzte diesseitige Frauenfiguren, Halbwesen, vom Rande der Zivilisation, die teilnahmslos oder distanziert betrachtend zwischen Wohnblöcken, unter Straßenbrücken oder auf Autobahnen in die Idyllen eintreten.

Krön hat eine eigene, moderne Form der Idylle gefunden, in der Zeitlichkeit, Geschichte und Veränderung nicht mehr ausgeblendet werden.

lass jubelnd dich grüßen, Heimatbilder; Ausstellung in der Galerie der Stadt Salzburg im Mirabellgarten, Hiltrud Oman, 2001

Der in Wien lebende Salzburger Maler Markus Krön zeigt in der Galerie der Stadt Salzburg eine umfassende Serie von "Heimatbildern". Groß- und kleinformatige Gemälde mögen im ersten Moment an den Blick auf nahe und ferne Landschaften durch entsprechende Kameraeinstellungen erinnern. Allerdings haben sie mit dem heute vieldiskutierten Foto-Diskurs in der Malerei nur periphär zu tun.

Krön hält Eindrücke fest, in denen Schönheit, raue Ursprünglichkeit und Stille der Natur widergespiegelt werden. Wesentlich dabei sind Spuren und Zeichen des Menschen, die er in Form von Architekturen in die Landschaft setzt. Erst dadurch erhält ein Landstrich seinen zeitgemäßen Charakter. Dies hat aber zur Folge, daß die geologischen und klimatischen Vorbedingungen eines ins Auge gefassten irdenen Flecks in den Hintergrund gedrängt werden und der romatisierende Aspekt , der auf ein Urverständnis von Natur zurückgeht, entfällt.

Der Maler bringt seiner Heimatstadt und ihrer Umgebung ein warmes Gefühl entgegen, wobei er sich weder zu ihrer Idealisierung noch zu Grenzziehungen zwischen Natur und Zivilisation hinreißen lässt. Markus Kröns Bergbilder zeugen davon, daß er die Alpenromantik nicht unbedingt verherrlicht; andererseits verstehen sich aber eine Reihe von Ansichtsbildern auch nicht als Anklagen über etwaige bautechnische Verunstaltungen der ohnehin vom Menschen ihres Ursprungs enthobenen Landschaft. Wie nüchtern er davon Notiz nimmt, das erklären teils das kühl gehaltene Kolorit, teils auch das Zurücknehmen seiner malerischen Handschrift.

Auf ganz ehrliche Weise scheut er nicht einmal davor zurück, einen Landschaftsausschnitt von der Straße oder direkt vom Auto aus ins Visier zu nehmen. Doch selbst von diesem - für viele ein zu verwerfender - Standpunkt, vermag der Maler Krön, hier in der Rolle des Ich-Erzählers, jenen einen Augenblick der Stille, des Träumerischen, des Sehnsüchtigen einzufangen; den bestimmten Moment, der einen meist dann überkommt, wenn man in der Heimat mit den Augen des bereits Distanzierten umherkurvt und mit vertrauter Vergangenheit und bewußt anders gewählter Gegenwart Frieden schließt.

Furcht und Schrecken des Alpenvorlandes, Wolfgang Schneider, Beatrix Zobl, 1999

Wo man hobelt fallen Späne. Während der Eiszeit wurden die Vorlandtäler der Alpenflüsse von den riesigen Gletschern ausgehobelt. Auf einer alten Postkarte steht geschrieben: Liebe Martha! Wir sind seit drei Tagen in Salzburg. Es regnet ununterbrochen. Also sitzen wir in Gasthäusern und trinken das herrliche Bier. Die Alpen üben u.a. auch klimat. eine Fernwirkung auf ihr nördl. Vorland aus. Eine der wichtigsten Erscheinungen ist dabei der Feuchtigkeitsstau hpts. der sommerl. von NW kommenden atlant. Luftzufuhren.

Markus Krön sagt: Thujenhecken, Schallschutzwände, Einfamilienhäuser, Silos usw. betrachte ich vor allem als menschliche Zeichen in der Landschaft. Alles befindet sich an dem von Menschen bestimment Ort. Jeder Baum, jedes Feld und natürlich der Verlauf der Straßen, der Dorferweiterungsgebiete und Lagerhäuser sind ein Ausdruck der Menschen die hier leben.

Der Maler sucht nach den visuellen Qualitäten dieser Heimat, oder beser: nach den Gefühlen, die bei deren Betrachtung ausgelöst werden. Diese Eindrücke, über viele Jahre eingedrückt in unser Unbewußtes und Bewußtes, konzentriert Krön in den Ausschnitten, die er für seine Bilder wählt.